Véronique Gens (* 19. April 1966 in Orléans) ist eine französische Sopranistin.
Die Tochter eines bekannten Mediziners studierte Englisch und wollte zunächst Übersetzerin werden. Doch nachdem sie den ersten Preis bei einem Gesangswettbewerb des
Conservatoire de Paris gewann, gab sie kurz darauf, 1986, ihr Debüt als Mitglied des Ensembles
Les Arts Florissants. Binnen kurzer Zeit erwarb sie sich den Ruf, zu den besten Barock-Interpretinnen ihrer Zeit zu zählen. Schon 1989 war sie in einer Produktion von
Henry Purcells
The Fairy Queen in Aix-en-Provence zu hören. Seitdem eignete sie sich u. a. Rollen von
Monteverdi, Lully, Rameau, Marais und Cavalli an. In zahlreichen Aufnahmen widmete sie sich neben der Oper unter anderem den Motetten von Delalande, Boismortier und
Alessandro Scarlatti sowie den Kantaten und Kammerduetten von
Händel. Gens arbeitete eng mit ihrem Förderer
William Christie, aber auch mit Dirigenten wie
René Jacobs und
Philippe Herreweghe zusammen.
Ihr zweites Standbein neben dem Barock stellt das Repertoire von
Mozart dar. 1994 spielte sie die Rolle der Gräfin Almaviva (
Le nozze di Figaro) an der Oper in Lyon mit herausragendem Erfolg. In derselben Saison sang sie auch Mozarts
Requiem. Im Sommer 1998/1999 fand ihre Interpretation der Donna Elvira (
Don Giovanni) unter
Claudio Abbado große Anerkennung. Die Inszenierung von Peter Brook war zunächst beim Festival von Aix-en-Provence, später auch in Schweden, Belgien, Italien und Japan zu sehen. Mehrfach wurde sie als Vitellia (
La clemenza di Tito) und Pamina (
Die Zauberflöte) engagiert.
Véronique Gens erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 2002 wurde die Sopranistin für einen
Victoire de la Musique als Beste Sängerin des Jahres nominiert.